ABC der Trauer
A - Abgrenzung

Wenn Du einen geliebten Menschen verloren hast, kann das Dein Vertrauen in das Leben zerstören. Familie und Freunde waren bis dahin eine feste Burg, ein Schutzraum für Dich. Aber der Tod kommt und lässt sich von nichts und niemandem aufhalten. Auch nicht von Deinen Eltern oder von Dir selbst. Jeder Mensch hat in einer Familie und im Freundeskreis eine bestimmte Rolle. Auch diese Rollen werden durch den Verlust durcheinandergewürfelt. Es kann sein, dass alle sich plötzlich ganz nah sind und zusammenrücken in der Trauer. Das ist erstmal gut und kann Dich unterstützen. Es kann aber auch sein, dass die Trauer verdrängt wird und sich Konflikte auftun. Im Englischen gibt es dafür ein Sprichwort: „There is an elephant in the room“. Damit meint man, dass etwas Unausgesprochenes riesig im Raum steht, wie ein Elefant, aber keiner redet darüber, obwohl alle das wissen. Deine Trauer offen anzusprechen, kann Dir helfen. Vielleicht hast Du auch das Gefühl, eingeengt zu sein. Doch auch von außen können Hilfe und Trost kommen. Lass den Kanal zu Deiner Umwelt offen und guck mal, wer oder was Dir helfen kann. Wir von Schreiben als Brücke sind gerne für Dich da in dieser Zeit!

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B - Betäubungsverhalten

Vielleicht trinkst Du in Deiner Trauer mehr Alkohol. Oder Du kiffst viel oder konsumierst noch andere Drogen. Vielleicht hat sich Dein Umgang mit Sexualität verändert. Jedes menschliche Verhalten kann zur Sucht werden. Hierzu gehören auch Essstörungen, Glücksspiel- oder Kaufsucht.

Du kannst was machen! Wenn Du glaubst, dass Du ein Suchtproblem hast, wende Dich an die Suchtberatungsstelle in Deiner Stadt.

Wir sind gerne für Dich da und begleiten Dich.

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C - Chancen ergreifen

Das Gefühl der Trauer kann überwältigend sein. Vielleicht hast Du das Gefühl, dass auch Dein Leben zu Ende ist. Aber Du bist mitten drin im Leben. Guck mal unter „Was Du jetzt tun kannst“.

Deine eigene Zukunft liegt vor Dir. Was für ein Leben willst Du führen? Was brauchst Du, um dort hinzukommen?

Wir sind gerne für Dich da und unterstützen Dich dabei.

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D - Druck

Lass Deine Trauer raus, schrei sie raus, rede darüber. Wichtig ist, sich mit Deiner Trauer auseinanderzusetzen. Sonst drückt sie Dich in den Boden. Dann können große Angst oder auch Aggression die Folge sein. Jeder und jede trauert anders. Es gibt kein richtig oder falsch. Erst dann, wenn man die Trauer durchlebt hat, ist Platz für Neues. Für Wünsche an Dein eigenes Leben und für Offenheit neuen Menschen gegenüber, also für Deine persönliche Zukunft. Das heißt nicht, dass Du den geliebten Menschen vergessen hast. Du kannst mi der Zeit versuchen, einen neuen Platz für ihn in Deinem Leben zu finden.

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e - emotions überall. Wohin mit all den Gefühlen und woher kommen sie?

Es gibt eine ganze Reihe von Gefühlen mit unterschiedlichen Abstufungen. Oftmals gibt es ein ganz schönes Gefühlschaos, das nur schwer einzuordnen ist.

Deine Gefühle entstehen durch Deine Gedanken. Hast Du überwiegend positive Gedanken, entstehen durch verschiedene biochemische Prozesse in Deinem Körper positive Gefühle, wie Freude, Dankbarkeit, Zufriedenheit, Liebe, etc… Genauso funktioniert es andersherum. Hast Du überwiegend bedrückende Gedanken, findest alles Scheiße und sinnlos, entstehen entsprechende Gefühle und Du fühlst Dich niedergeschlagen, schuldig, schlecht.

Dabei gibt es keine falschen oder richtigen Gefühle. Das, was Du fühlst, ist richtig, und dabei ist es egal, was es ist. Jedes Gefühl ist richtig. Jedes. Auch all die vermeintlich „schlechten Gefühle“ wie Ärger, Wut, Hass, Schuld, Scham und Trauer. Es ist wichtig für Dich und Deine Gesundheit, dass Du keines dieser Gefühle runterschluckst oder verdrängst.

Gefühle wollen gefühlt werden. So einfach ist das und manchmal so schwer in der Umsetzung. Eines der wirksamsten Mittel, die Dir helfen, sobald Dich Deine Gefühle überrollen, ist Atmen. Und das coole dabei ist, Deinen Atem hast Du immer bei Dir. Atme ganz bewusst ein und wieder aus. Und spüre die Atempause dazwischen. Mach einmal 5 (vielleicht dürfen es auch mehr sein) solcher ganz bewussten Atemzüge und Du wirst merken, dass Du die Kontrolle über Dich und Deine Gefühle zurückbekommst.

Atme ganz bewusst ein und wieder aus. Und spüre die Atempause dazwischen. Mach einmal 5 (vielleicht dürfen es auch mehr sein) solcher ganz bewussten Atemzüge und Du wirst merken, dass Du die Kontrolle über Dich und Deine Gefühle zurückbekommst.

Brauchst Du noch mehr Tipps und Hilfestellungen? Dann schaue unter H wie Hilfe

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F - Flucht

Möchtest Du am liebsten manchmal weglaufen? Egal wohin, Hauptsache weg? Weil Dir alles zu viel wird? Weil Du da bleiben nicht aushältst?

Vielleicht passiert es Dir auch, dass Du wegläufst aus einer Situation? Immer dann, wenn es Dir zu eng wird und Du Dich in die Ecke gedrängt fühlst?

Es gibt für jedes Verhalten einen guten Grund. So auch dafür. Die Flucht ist ein Schutzmechanismus Deines Körpers. Einer von vielen. Er wird ausgelöst durch sogenannte Trigger. Das können bestimmte Geräusche, Gerüche, Bilder, Worte oder Situationen sein, die Dein Unterbewusstsein an ein für Dich schlimmes Erlebnis erinnern. Wenn das passiert, dann ändert sich für eine Zeit Deine Matrix und Dein Bewusstsein fällt aus dem Hier & Jetzt-Erleben heraus und hinein in Dein schlimmes Erlebnis.

Du kannst also gar nichts dafür, wenn Du plötzlich wegläufst. Das ist ein Vorgang, der passiert ganz automatisch. Dein Gehirn stellt sich auf Autopilot und reagiert. Was Du lernen kannst, ist ein Gespür dafür zu bekommen, wann solche Momente auftreten. Denn kurz bevor Du auf Autopilot stellst, hast Du noch die bewusste Wahl, zu entscheiden, was Du tust. Das ist wie ein Muskel, der trainiert werden möchte. Am Anfang fällt es Dir schwer, Du bekommst vielleicht sogar Muskelkater und mit jedem Mal fällt es Dir leichter, weil Dein Wahrnehmungsmuskel immer stärker wird.

Willst Du mehr darüber erfahren, was sich genau in Deinem Gehirn abspielt, um Dein Verhalten zu verstehen, dann lies gleich unter G wie Gehirn weiter.

Möchtest Du Hilfe beim Wahrnehmungsmuskeltraining, dann schick uns eine Mail. Wir helfen Dir gern.

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G - Gehirn

Damit Du Dein Verhalten verstehen kannst, ist es wichtig zu wissen, was sich in Extremsituationen in Deinem Körper und hier insbesondere in Deinem Gehirn abspielt. Der Tod eines geliebten Menschen ist eine solche Extremsituation.

Das menschliche Gehirn lässt sich in drei verschiedene Regionen unterteilen.

Da gibt es zum Ersten die untere Hirnregion, bestehend aus dem Hirnstamm und dem Kleinhirn. Dieser Teil des Gehirns ist entwicklungsbiologisch gesehen der älteste und wird deswegen auch Eidechsengehirn genannt. Es ist zum einen zuständig für die Steuerung körperlicher Prozesse wie Deine Atmung, Dein Herzschlag und die Regulation der Körpertemperatur (Hirnstamm), und zum anderen befinden sich dort alle Regelkreise für Deine Reflexe, Instinkte und Deine Bewegungskoordination (Kleinhirn).

Wenn Du lieber in Bildern denkst, dann stell Dir vor, dass diese Hirnregion Dein Häschen ist.

Ein weiterer Teil des Häschens ist das limbische System, auch Säugetiergehirn genannt. Dieses befindet sich in etwa in der Mitte Deines Gehirns und besteht aus der Amygdala (Mandelkern) und dem Hippocampus (Seepferdchen). Das limbische System ist zuständig für Deine Gefühle. Der Mandelkern ist deine persönliche Alarmanlage, die bei Gefahr (oder in Extremsituationen) angeht, Alarm schlägt und bestimmte Alarmreaktionen hervorruft. Der Hippocampus ist ein Bibliothekar. Er nimmt die Informationen an, holt sie aus dem Zwischenlager heraus und leitet sie ans Archiv weiter.

Der dritte Teil Deines Gehirns ist die Großhirnrinde, auch Neocortex genannt. Sie befindet sich vorne hinter Deiner Stirn. Sie ist Dein Archiv und ist zuständig für die Verarbeitung und dauerhafte Speicherung von Informationen. Das ist der rationale Teil Deines Gehirns. Der Denker, der Dir dabei hilft, Erlebnisse in Zeit und Raum zuordnen zu können. Er erlebt die Dinge bewusst, plant Deine Handlungen und wägt dabei sämtliche Alternativen ab. Er wägt ab, ob es sich lohnt, etwas zu tun oder bleiben zu lassen. Mit seiner Hilfe kannst Du Deine Gefühle bewusst wahrnehmen, diese steuern und Du kannst mit seiner Hilfe Dich selbst und andere wahrnehmen und Dich einfühlen.

Wenn alles im grünen Bereich ist, dann sind Häschen und Denker ein richtig gutes Team, das immer zusammenarbeitet. Die beiden sitzen völlig gechilled in ihrem Strandkorb, tauschen sich untereinander aus und haben Zeit und Raum alles zu besprechen oder miteinander zu schweigen.

Was aber passiert in einem Extremfall?

Dann geht Deine interne Alarmanlage an und Dein Gehirn schaltet sich auf Notfallprogramm um.

Du fängst an zu schwitzen, Dein Herz klopft ganz laut, Deine Atmung geht schneller. Womöglich verspürst Du den Wunsch, wegzulaufen. Ganz egal wohin, Hauptsache möglichst weit weg von der Gefahrensituation. Oder Du wirst so dermaßen wütend, dass Du den Wunsch verspürst, laut los zu schreien oder alles kurz und klein zu schlagen. Ist Dein Extremfall so schlimm für Dich, dass weder Flucht noch Kampf funktionieren, kann es passieren, dass Du in eine Art Schockstarre verfällst und Dich wie gelähmt fühlst. Im Tierreich nennt man dieses Verhalten auch Totstellreflex.

All diese Reaktionen, die ich eben beschrieben habe, passieren, weil in Deinem Gehirn das Häschen aus dem Strandkorb raushüpft. Durch die Seitenwand des Strandkorbes ist es gut versteckt und Dein Denker bleibt allein im Strandkorb zurück. Nun werden sämtliche Informationen aus dem Hirnstamm direkt zum Denker weitergeitet. Genau dieser Vorgang in Deinem Gehirn führt dazu, dass Du Dich so verhältst, wie Du Dich verhältst.

Das ist eine völlig angemessene Reaktion auf unangemessene Lebensereignisse und ist letztendlich eine ziemlich geniale Funktion Deines Körpers, denn er schützt Dich dadurch. Wichtig ist, das Häschen dazu zu bringen, dass es wieder in den Strandkorb zurück hüpft, damit es mit dem Denker wieder als Team zusammenarbeiten kann.

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H - Hilfe

„Boah, ne. Brauch ich nicht.“ Denkst Du jetzt vielleicht.

„Doch, brauchst Du.“ Sage ich. Jeder Mensch braucht irgendwann mal Hilfe. Denn es gibt immer Situationen im Leben, in denen man allein nicht mehr weiterkommt.

Wie kann diese Hilfe aussehen?

  • Du kannst Dir Hilfe in Deinem nahen sozialen Umfeld holen. Familie, Freunde, etc. Manche haben dort einen verlässlichen Ansprechpartner. Manche nicht. Es kann auch sein, dass Deine Familie und Freunde sich überfordert fühlen mit der Situation, weil sie in ihrem ganz eigenen Trauerprozess stecken. Das ist in Ordnung.
  • Dann gibt es die berühmtberüchtigte Hilfe zur Selbsthilfe. Du trägst nämlich schon alles in Dir, was Du für Dich und Deinen Weg brauchst. Und es gibt ziemlich viele tolle Tools, die Du ganz nebenbei in Deinen Alltag einfließen lassen kannst. Zum Beispiel ganz einfache Körperübungen von Claudia Croos-Müller:
    https://youtu.be/b4NCCEqaM9s
  • Schreib uns eine Mail. Wir nehmen uns Zeit für Dich. Nehmen Dich ernst und sind für Dich da!
  • Schau auch mal nach unter HELP
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I - Identitätssuche

Wer bin ich? Wer bin ich vor allem ohne den verstorbenen Menschen? Wo will ich hin? Was möchte ich vom Leben? Wie kann und will ich nun weiterleben? Was sind meine Werte? Was ist mir wichtig? Was sind meine Wünsche und Träume? Was möchte ich erreichen?

All diese Fragen beschäftigen Menschen jeden Alters. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene. Unter dem Gesichtspunkt des Verlusts eines geliebten Menschen bekommen diese Fragen nochmals eine andere Gewichtung oder werden möglicherweise erstmal völlig verdrängt.

Bei uns hast DU einen sicheren Raum, in dem Du Dich mit solchen Fragen befassen darfst. Gemeinsam suchen wir nach Antworten. Schreib uns dazu einfach eine Mail.

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J - Jahrestage

… das sind der Geburtstag und der Todestag, wichtige Feiertage wie Ostern, Weihnachten oder Silvester. Das können aber auch ganz bestimmte Tage sein, die Dich mit dem Verstorbenen verbinden und die nur ihr beiden miteinander teilt.

An solchen besonderen Tagen und möglicherweise auch schon eine Zeit lang davor, bist Du vielleicht besonders sensibel und „dünnhäutig“. Das darf sein und geht Dir möglicherweise auch nach vielen Jahren noch so.

Sei besonders achtsam mit Dir in dieser Zeit. Überlege Dir, was Du an diesem Tag tun möchtest. Gibt es ein Ritual, was Dir hilft, diesen besonderen Tag zu begehen, oder vielleicht auch nur zu überstehen? Binde Deine Familie und Freunde mit ein! Überlegt euch rechtzeitig, was ihr tun möchtet und was nicht. Ihr alle habt möglicherweise unterschiedliche Vorstellungen dazu, und das, was für Dich super toll ist, kann für andere weniger toll sein. Redet miteinander. Holt alle ins Boot und findet etwas, was sich für ALLE stimmig anfühlt.

Auch hierzu kannst Du Dich sehr gerne mit uns austauschen. Schreibe uns eine Mail und wir helfen Dir.

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K - Körperreaktionen

Trauer äußert sich auch durch verschiedene Reaktionen Deines Körpers. Die von Trauernden am häufigsten genannten Körperreaktionen sind:

  • Das Gefühl, einen „Stein im Magen“ liegen zu haben, oder aber auch Appetitlosigkeit, oder Du musst Dich erbrechen. Dir ist im wahrsten Sinne des Wortes „etwas auf den Magen geschlagen“.
  • Beklemmung auf der Brust
  • Die Kehle ist wie zugeschnürt
  • Überempfindlichkeit gegen Lärm
  • Das Gefühl, neben sich zu stehen. Das nennt man „Depersonalisation“, und man meint damit, dass Dir Dein Alltag ganz unwirklich vorkommt. Vielleicht auch Du selbst.
  • Atemlosigkeit, Kurzatmigkeit
  • Muskelschwäche
  • Energielosigkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Mundtrockenheit
  • Ein generell geschwächtes Immunsystem

Vielen Menschen ist dies nicht bewusst, und diese Körperreaktionen können zunächst Angst machen. Wenn Deine Beschwerden länger anhalten, suche bitte unbedingt zuerst Deinen Hausarzt auf und lass abklären, ob irgendwelche organischen Ursachen vorliegen. Lässt sich nichts finden, dann lassen sich Deine Beschwerden auf die Trauer zurückführen.

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L - Liebe

Die Liebe zum verstorbenen Menschen wird Dir immer bleiben. Er oder sie hätte sich bestimmt gewünscht, dass Du wieder leben kannst und in Liebe an ihn oder sie zurückdenkst. Von Liebe ist immer genug und reichlich da in Dir. Du kannst den verstorbenen Menschen lieben und die Menschen um Dich herum und neue Menschen, die Du jetzt noch gar nicht kennst. Das wird aufregend und schön sein.

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M - Mut

Gefühle wie Ohnmacht, Verzweiflung, Hilflosigkeit und auch ein großes Vermissen und eine große Sehnsucht nach dem verstorbenen Menschen sind schwer auszuhalten. In unserer Gesellschaft finden sie oft keinen Raum. Habe den Mut, Deinen eigenen Trauerweg zu gehen und Deine Trauer auszuhalten. Es ist auch ein Zeichen von Tapferkeit, wenn Du Dir Hilfe holst, und wenn Du anderen Menschen erzählst, was mit Dir los ist.

Wir begleiten Dich gerne dabei!

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N - Nachsterbewunsch

Vielleicht vermisst Du den verstorbenen Menschen so sehr, dass Du auch sterben willst. Du kannst Dir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen und möchtest ihm wieder nahe sein. Das ist zunächst mal ein ganz normaler Gedanke, der kommt und geht.
Deine Zeit zu gehen ist noch nicht gekommen. Dein Leben wird weitergehen!
Du kannst in Deinem Leben einen liebevollen Platz für den verstorbenen Menschen finden. Er oder sie hätte gewollt, dass Du weiterlebst.

Wenn Dein Wunsch, auch zu sterben, immer drängender wird und Du keinen Ausweg mehr siehst: Denk immer dran, dass es auch dann Hilfe für Dich gibt. Sprich mit Deinen Eltern und Freunden darüber oder mit Deinem Hausarzt, wenn das möglich ist. Du findest auch online Hilfe. Schau mal rein bei www.youth-life-line.de und bei www.u25-freiburg.de. Dort findest Du Menschen, die Dir sofort helfen können. Dann gibt es noch die Nummer gegen Kummer unter 0800-1110333.

Wenn Du in Flensburg und Umgebung wohnst, kannst Du Dich an Lichtblick Flensburg e.V. wenden. Dort hilft man Dir bei akuten Krisen und Selbsttötungsgefahr.
www.lichtblick-flensburg.de
Adresse: Norderstrasse 31(im Zuckerhof)
24939 Flensburg
Telefon Lichtblick: 0461-146 840 76.
info(at)lichtblick-flensburg.de

Wir begleiten Dich gerne in Deiner Trauer. Schreib uns einfach!

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O - Ort finden

Niemand ist so ganz weg, der Verstorbene hinterlässt Spuren. Du kannst Dich auf die Suche machen nach einem Erinnerungsort für den geliebten Menschen. Für die einen kann das der Friedhof sein mit dem Grab oder einer Namenstafel darauf. Und das ist gut. Die anderen möchten selbst einen Erinnerungsort erschaffen. Das kann ein selbstgesprühtes Graffiti sein, ein Tattoo oder eine Skulptur. Oder Du pflanzt einen Baum. Im Internet gibt es einige Gedenkseiten, auf denen Du des Verstorbenen gedenken kannst. Oder Du findest einen für Dich passenden Ort in der Natur, am Strand oder im Wald zum Beispiel. Was auch immer Du als Erinnerungsort für den Verstorbenen aussuchst, wird Dir helfen, Dich weiterhin mit ihm verbunden zu fühlen.

Wenn Du magst, kannst Du auch eine Gedenkkiste für den Verstorbenen zusammenstellen. Was da reinkommt, bestimmst Du. Das können Gegenstände sein, die für Dich eine große Bedeutung haben, Dinge aus der Natur oder etwas, das der Verstorbene besonders gerne hatte. Auch für diese Kiste kannst Du Dir einen guten Ort überlegen.

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P - Party

Es gibt keine falsche Art zu trauern. Mach einfach das, was sich gut für Dich anfühlt. Wenn Du gerne mit Freunden zusammen bist und Party machst, Spaß hast und lachst und tanzt, das kann Dir jetzt helfen. Ganz einfach, weil Du Dich auch vor Deinem Verlust dort wohlgefühlt hast. Einige Menschen aus Deiner Umgebung werden das sicher nicht verstehen und sagen, dass Du gar nicht richtig trauerst, oder über den Verlust hinweg bist oder sowas. Aber jeder Mensch trauert anders. Es kann Dir dann helfen, Deinen Leuten das klar zu sagen: ich trauere so, wie es für mich passt. Ich vermisse den Verstorbenen genau so wie ihr. Mit meinen Freunden fühle ich mich wohl. Ich darf auch Spaß haben.

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Q - quicklebendig

Ich kann verstehen, wenn Dir alles sinnlos vorkommt. Wenn Dir nichts mehr Spaß macht und Du Dich leer und tot fühlst. Aber Du lebst noch! Das Leben ist in Dir drin und um Dich herum. Versuch, wieder einen Zugang dazu zu finden. Nimm wieder am Leben teil. Lass zu, dass Du in Dir drin wieder Leben spürst und Freude. Denn das wird wiederkommen. Was hast Du vor Deinem Verlust gerne gemacht? Kannst Du es wieder tun oder jemanden bitten, Dich dabei zu begleiten, zum Beispiel zum Sport gehen oder was Kreatives machen. Oder Du machst in Deiner Stadt bei einer Gruppe mit, die sich für etwas engagiert, das Dir wichtig ist. Google mal danach. Und dann geh vor die Tür und probiere es aus.

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R - Ressourcen

Vielleicht glaubst Du jetzt, Dein Leben zerbricht gerade und nichts ist mehr was wert. Wenn Situationen sich verändern, sind wir gezwungen, neue Wege zu gehen. Ich glaube, dass Du in Dir drin schon alle Stärken und Werkzeuge hast, um Dich auf die Suche zu machen nach neuen Lebensentwürfen für Dich. Wie kann das funktionieren? Ich schlage Dir vor, kleine Schritte zu gehen. Das meine ich wörtlich. Geh mal vor die Tür und spür den Boden unter Deinen Füßen und das Leben um Dich herum und in Dir. Mach kleine Schritte, die Dich nicht überfordern. So kommt auch Deine Seele in Bewegung. Dann probiere aus, wieder was zu „machen“. Das kann etwas Einfaches sein wie das Umstellen von Möbeln in Deinem Zimmer, Sport machen, malen, was mit Deinen Händen machen. Musik machen und tanzen! Geh Deinen eigenen Weg.

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S - Schule, Ausbildung, Uni. Insel oder Gefängnis?

Das Thema Schule: Es gibt nach meiner Erfahrung zwei Typen. Da sind diejenigen, für die Schule eine Insel ist. Ein Ort, an dem alles „normal“ ist. Die Schule kann eine Insel sein, die Dir Struktur und Halt gibt. Die Ablenkung tut Dir gut und Dir fällt es leicht, Dich zu konzentrieren, und Deine Schulleistungen werden nicht beeinträchtigt von Deiner Trauer. Vielleicht sogar eher im Gegenteil.

Dann gibt es die Menschen, denen in ihrer Trauer alles zu viel ist. Wo der Druck der Schule viel zu groß und viel zu schwer ist. Dieses „zu viel“ spiegelt sich auch in den Schulleistungen wieder. Dieser Typ benötigt vor allem eines: Zeit und Ruhe und eine Auszeit aus dem Alltag, um mit dem Verlust und dem damit veränderten Alltag zurecht zu kommen.

Wenn Du eine Ausbildung machst oder studierst, kann Dir das Halt geben. Vielleicht wohnst Du aber auch allein oder in einer WG und bist sogar in einer neuen, erstmal für Dich fremden Stadt. Dann kann Deine Trauer dazu führen, dass Du vereinsamst und Dich von allem zurückziehst.

Und dann gibt es sicherlich auch „Mischtypen“. Solche, die ein bisschen hierhin und ein bisschen dahin gehören.

Alles ist in Ordnung! Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Wichtiger ist, auf Dich und Deine Bedürfnisse zu hören. Was braucht Deine Seele? Was tut ihr gut?

Wenn Du merkst, Du kannst gerade gar nicht zur Schule, Ausbildung oder Uni gehen, dann sprich nach Möglichkeit mit Deinen Eltern darüber, wenn DU noch nicht volljährig bist.

Ansonsten ist es wichtig, in jedem Fall zu Deinem Hausarzt (oder einem anderen Arzt) zu gehen und Dich krankschreiben zu lassen. Dann ist dieser Druck erstmal weg.

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T - Trauer

Jeder Mensch trauert anders. Vielleicht tust Du vermehrt Dinge, die Dir Spaß machen, wie Feiern gehen oder Sport. Das können dann oft Menschen aus Deinem Umfeld nicht verstehen. Aber Du hast das Recht dazu, auch in der Trauerzeit Freude zu empfinden und zu suchen. Das heißt nicht, dass Du „falsch“ trauerst. Schöne Erlebnisse sind jetzt eine Kraftquelle für Dich.

Die Trauerverarbeitung lässt sich in unterschiedliche Phasen einteilen. Eine einfache und tolle Erklärung erhältst Du im folgenden Film:

https://www.planet-wissen.de/video-die-vier-phasen-der-trauer-100.html (Trauerphasen nach Kast)

Es gibt noch mehr Menschen, die sich beruflich mit dem Thema Trauer befasst haben und ein Modell entwickelt haben, welches die Trauerverarbeitung in Aufgaben einteilt. Guck mal unter HELP nach!

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U - Umgang mit dem Verlust

Jeder Mensch geht anders mit dem Verlust und seiner Trauer um. Es gibt in der Gesellschaft bestimmte Vorstellungen, wie dieser Umgang auszusehen hat. Oder dann gibt es außenstehende Menschen, die meinen Dir erklären zu müssen, wie Du Dich zu verhalten hast in Deiner Trauer, was Du tun darfst und was nicht….

Im Video siehst Du, was ich damit meine.

https://youtu.be/i_CRQORsFlk (Film “Da unten“ von Hospiz macht Schule)

Kommt Dir das irgendwie bekannt vor?

Wenn ja, dann möchte ich Dir folgendes sagen: Du bist der Experte, die Expertin für Dich und Deine Trauer. Du weißt am allerbesten, was Dir guttut und was sich richtig anfühlt für Dich. Vertraue Dir und finde Deinen eigenen Weg!

Brauchst Du Hilfe dabei? Beim Sortieren. Jemanden, der vorurteilsfrei für Dich da ist? Dann schicke uns eine Mail.

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V - Bin ich VERRÜCKT?

Nein! Du bist nicht verrückt. Du bist derzeit ein wenig aus Deiner eigenen Mitte ver-rückt. Und das ist völlig normal. Dein Verhalten ist völlig normal in Deiner aktuellen Situation.

Möchtest Du mehr darüber erfahren, was sich gerade in Deinem Gehirn abspielt, wenn Du mal wieder das Gefühl hast verrückt zu sein? Dann schaue gleich nach bei G wie Gehirn. Dort erkläre ich Dir, was da passiert.

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W - Warum?

Die wohl am Häufigsten gestellte Frage, auf die es jedoch keine Antwort gibt.

So wie Tag und Nacht zusammengehören und das eine ohne das andere nicht existieren kann, so gehören das Leben und der Tod zusammen. Jeder von uns stirbt eines Tages. Die einen früher. Die anderen später. Das mag sich jetzt ein wenig lieblos anhören, so meine ich das jedoch nicht.

Zweifelsohne ist für die Hinterbliebenen ein Verlust schlimm. Ist es für Dich schlimm. Vor allem dann, wenn Dein geliebter Mensch durch eine Krankheit oder einen Unfall verstorben ist oder er sich womöglich selbst das Leben genommen hat.

Schuld ist ein ganz starkes Gefühl, was jetzt in Dir hochkommen kann. Vielleicht hast Du das Gefühl, dass Du verantwortlich bist für den Todesfall. Vielleicht hat jemand anderes in seiner eigenen Trauer etwas in der Richtung zu Dir sagt. Wenn es Dir so geht, dann schreib uns, wir helfen Dir und begleiten Dich.

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X - xoxo, Du fehlst mir so

So oder so ähnlich wirst Du Dich wahrscheinlich häufig fühlen. Das ist in Ordnung so. Und Du bist damit nicht allein. Du kannst Deiner Trauer Ausdruck geben durch Musik, Gedichte, etwas Kreatives. Schau einfach, was für Dich passt.

Viele Musikerinnen und Musiker haben Songs geschrieben über den Verlust, den sie erfahren haben. Du kannst ja mal dazu recherchieren und Dir was anhören.

Eric Clapton, ein berühmter Sänger und Gitarrist, hat zum Beispiel auch zu seiner Trauer einen Song geschrieben. Im Jahr 1991 war sein vierjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York ums Leben gekommen. Der Song heißt „Tears in Heaven“ also „Tränen im Himmel“.

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Y - Yes, you can.

Ja, Du darfst leben. Erst ist es ein Überleben, das zum Weiterleben wird und dann im Leben endet.

Ja, Du darfst traurig sein. Und wütend und verzweifelt und traurig. Du darfst schreien, weinen, das Leben verfluchen. Du darfst jedoch auch leben und lachen und lieben und fröhlich sein. Du darfst Dein Leben leben und Deinem geliebten Menschen einen guten, neuen Platz darin geben. Ich bin sicher, er oder sie hätte gewollt, dass Du glücklich bist!

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Z - Zeit

Trauer braucht vor allem eines: Zeit. Es ist nicht so, dass Du eines Morgens aufwachst und alles weg ist. Es ist eher so, dass Du eines morgens aufwachst und in Dir spürst, dass Dein Leben weitergeht und Deine Trauer einen guten, sicheren Platz in Deinem Leben gefunden hat. Wie lange es dauert, bis Du diesen Morgen erlebst, kann ich Dir nicht sagen. Das ist bei jedem Menschen verschieden und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Welche Vorstellung hast Du vom Leben, von Tod und Sterben und der Trauer?
  • Wie gehst Du mit Krisen um? Ziehen sie Dich runter oder findest Du darin auch Schätze, die Dir Kraft geben und Dich weiterbringen?
  • Wie ist Dein Umfeld? Findest Du Unterstützung? Hast Du ein soziales Netz um Dich herum, dass Dich auffängt oder auch nicht?
  • Wir können Dich ein Stück weit begleiten. Schreib uns eine E-Mail und wir werden Dir antworten.

https://youtu.be/yzRdhSii66Q (Wir sind Helden: „Die Zeit heilt alle Wunder“)

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